Leben in Frankreich Das französische Schulsystem

Wenn Sie darüber nachdenken mit Ihrer Familie nach Frankreich zu ziehen ist es wichtig für Sie, etwas mehr über das französische Schulsystem zu wissen. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Anleitung zu diesem Thema behilflich sein wird.

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Historisch gesehen wurde Bildung von allen französischen Parteien immer als zentrales Anliegen betrachtet und daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Aufwendungen für das Schulsystem sind hoch. Es fließen mehr Gelder in die Bildung als in alle anderen Budgets der Departements. Lehrer sind hoch qualifiziert und statistisch gesehen erreichen 90% der französischen Schulabgänger eine Qualifikation und 62% Abiturniveau.

Schulen für die jüngeren Kinder

Die schulpflichtige Bildung beginnt mit dem Alter von 6 Jahren, dennoch nehmen Kindergärten auch schon Kleinkinder an, sofern Sie denn «Töpfchen trainiert» sind. Meistens bringen Eltern die Kleinen im Alter von 3 Jahren zum Kindergarten. Es gibt aber auch staatlich subventionierte Kinderkrippen für Babies und die ganz Kleinen.

Vorschulbildung in Frankreich ist nicht nur das alleinige Spielen, sondern gezieltes spielerisches Lernen. Die Teilnahme am Vorschulunterricht bereitet die Kinder gut für das schulische Leben vor. Einfaches Schreiben und Rechnen sowie auch andere Fähigkeiten wie Teamwork, Fantasie, Einführung in die Kunst, Naturwissenschaften und Sport sind auch Teil des Programms.

Grundschule - Ecole primaire Alter: 6 - 11 Jahre

Die Teilnahme an der Grundschule ist verpflichtend. Der Lehrstil unterscheidet sich deutlich zu dem des Kindergartens. Nun sind die Schulstunden strukturiert und es gibt Hausaufgaben (auch wenn es anfangs doch noch recht locker ist).

Sekundarstufe – College Alter: 11 – 15 Jahre

Der Lehrplan für die Sekundarstufe ist doch recht unterschiedlich und verdichtet sich in den letzten 2 Jahren. Beginnend mit den Hauptfächern stehen wie erwartet Französisch, Mathematik, Kunst, Naturwissenschaften, Geschichte, Erdkunde, Musik, etc. auf dem Lehrplan. Dieser wird erweitert durch Fächer wie Entdecken der Arbeitswelt, Verkehrssicherheit, etc. Die Schüler müssen auch ein kleines Diplom in Informatik absolvieren.

Am Ende der Sekundarstufe machen die Schüler eine Prüfung, die man «Diplôme national du Brevet» (DNB) nennt. Die erzielten Resultate basieren auf einer laufenden Beurteilung. Schüler die eine Berufsschulausbildung anstreben absolvieren ein sogenanntes «Certificat Formation Générale» (CFG).

Am Ende der Unterstufe werden Lehrer und Eltern gemeinsam entscheiden, ob es für die Schüler von Interesse ist, den Sprung ins Lyzeum zu machen. Diese Entscheidung basiert nicht ausschließlich auf die Auswertung der Prüfung (DNB), obwohl diese doch einen gewissen Einfluss hat.

Sekundaroberstufe – Lycée Alter: 15 - 18 Jahre

Es gibt zwei verschiedene Formen des Gymnasiums, die zu zwei verschiedenen Abschlüssen führen.

Die Schüler, die studieren möchten besuchen ein normales Gymnasium. Die Schüler, die sich einen schnelleren Einstieg in das Berufsleben wünschen gehen auf ein Berufsgymnasium.

Lehrausbildungsstätten gehören ebenfalls zum sekundären Bildungssystem.

In einem normalen oder technischen Lyzeum lernen die Schüler bis zum Abitur. Diese Qualifikation ist die Eintrittskarte zu den französischen Universitäten. Die Lehrpläne sind dort weiterhin breit gefächert, was den Studenten viele Möglichkeiten auf Universitätsebene offen lässt.

In den Berufsgymnasien wird bis zum sogenannten «Certificat d’abtitude professionnelle» (CAP) oder auch «Brevet d’Etudes Professionnelles » (BEP) gelernt. Das BEP ist etwas technischer als das CAP und ermöglicht ein Berufshochschulstudium (Baccalauréat Professionnel).

Diejenigen, die eine Lehre machen verbringen die meiste Zeit in der Industrie oder einer Firma und werden gemäß dem tariflichen Mindestlohn bezahlt.

Integration von Neuankömmlingen

Französische Schulen geben ihr Bestes, um Neuankömmlinge zu unterstützen. Das Alter der Kinder spielt hier keine Rolle. Die Schule steht den Neuankömmlingen so gut es geht zur Seite. Das Erlernen der Sprache hat oberstes Gebot. Die meisten Schulen geben sogar Nachhilfestunden in Französisch. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Kindern helfen, damit sie sich nicht ausschließlich auf die Hilfe der Schule stützen.

Sonderschulen

Behinderten Kindern oder Kindern mit Lernschwierigkeiten eine entsprechend gute Ausbildung zu gewährleisten hat in Frankreich Vorrang. Es stehen in Frankreich besondere Fördermittel zur Verfügung für Familien, deren Kinder spezielle Bedürfnisse haben.

Ein säkulares System

Es ist bekannt, dass das französische Schulsystem weltlich ist und von einer Religionslehre absieht. Es gibt einige private meist katholische Schulen.

Welche Schule wann ?

Obligatorische Grundschule (Primaire) von 6 bis 11 Jahre.

Danach folgt die Hauptschule oder untere Sekundarstufe (College) von 11 bis 15 Jahre.

Schließlich kommt die obere Sekundarstufe / Lyzeum die im Alter von 15 bis 18 Jahren besucht wird.

Schulzeiten

Die meisten Schulen sind von Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet. Am Mittwoch wird nur vormittags unterrichtet.

Eine Ehrenrunde drehen

Eine Klasse wiederholen ist in Frankreich kein Beinbruch und hat nicht die gleiche Stigmatisierung wie in vielen anderen Ländern zur Folge. Soll ein Schüler ein Jahr wiederholen geschieht dies auf Vorschlag der Lehrer mit anschließender Diskussion mit den Eltern.

Privatschulen

Die meisten Kinder werden in staatlichen Schulen unterrichtet. Es gibt Privatschulen, von denen viele unter staatlichem Vertrag stehen und deren Lehrplan identisch ist. Die meisten dieser Privatschulen sind nicht säkular sondern katholisch.

Internationale Schulen

Es ist möglich, eine internationale Schule in Frankreich zu besuchen, an der in englischer Sprache unterrichtet wird. Manche folgen sogar englischen Lehrplänen. Die meisten dieser internationalen Schulen befinden sich in Paris, die höchste Konzentrationsdichte ist an der Cote d’Azur. Internationale Schulen verlangen Schulgeld.